TTC Port am Top 16 in Montreux
Vom 05.-08. Februar 2026 fand das jährliche Top 16 in Montreux statt, bei dem der TTC-Port jedes Jahr als Verein feststellen muss, dass es Ping Pong und Tischtennis gibt.
Noch stark reduziert traten Dirk und Yannick die Anreise am Freitagmorgen an. Yannick, der zuvor noch einen Termin beim Chiropraktiker wahrnahm, war bestens gewillt, sich mithilfe von Videoanalysen aus Montreux für die Rückrunde auszustatten. Dirk hingegen (stand heute bereits Meister mit seiner Mannschaft in der 1.Liga, herzliche Gratulation!), war fest davon überzeugt, Yannick seine Kunstschläge an diesem Wochenende auszutreiben. Spoiler: Yannick ist unbelehrbar.
Bereits bei der Ankunft waren beide ausser Puste, als sie dem roten Teppich zum Hotel hinauf folgten. Dirk war zu allem übel noch beidseitig mit Laptop-Tasche und Rollkoffer ausgestattet. Nun hiess es schnell Zimmer einräumen und dann ab und die Halle. Den ersten Satz, den die beiden Herren von der Tribüne verfolgten, endete mit einem 24:22 für die Spanierin Maria Xiao. Der Nachmittag bot aber noch weitere grossartige Spiele und gleichzeitig auch mehrere Überraschungen. Sowohl Truls Möregårdh (welcher einen ähnlichen Spielstil wie Yannick hat, aber etwas sauberere Beinarbeit), als auch Dang Qui und auch Dimitrij Ovtcharov (zugegeben, die Schreibweise musste ich Googlen) durften bereits am Freitagabend ins Feierabend-Bier. Bei den Damen hingegen gab es keine grössere Überraschung und die Favoritinnen konnten sich jeweils durchsetzen. Auch keine Überraschung war die Abendverpflegung der beiden Herren im beliebten Irish Pub, von dem die TTC Port Mitglieder inzwischen vermutlich gleich viele Aktien besitzen wie an dem Blitzer auf der Bielstrasse in Münchenbuchsee…
Nach vielseitigen Diskussionen verschoben sich die Herren dann in das Casino Barrière am schönen See von Montreux. Damit sich der Fussmarsch von 25 Minuten dann auch gelohnt hat, verweilten die beiden bis tief in die Nacht im Las Vegas vom Kanton Waadt.
Entgegen früheren Erfahrungen war der diesjährige Zeitplan des Top 16 mit den Abendprogrammen des TTC-Ports bestens synchronisiert. So machten sich Dirk und Yannick kurz vor dem Mittag auf den Fussmarsch zur Halle, wobei Yannick unterwegs zwei Gipfeli verdrückte. So viel zum Thema: «von den Profis lernen».
In der Halle stiessen sie dann auf Mirek, welcher sich am Samstag der Gruppe anschloss. Mirek war bestens für einen Dachbruch in der Sporthalle ausgerüstet, so lief er doch die ersten paar Stunden mit seiner Stoffmütze umher. Später wurden dann auch Urs Lüthi (In China Urs Ding-Dong genannt) und Dani Donnerschlag in die Gruppe integriert.
Am Samstag folgten dann sowohl die Viertelfinale der Herren als auch diejenigen der Damen mit dem grandiosen Spiel zwischen Simon Gauzy und Alexis Lebrun. Die beiden Franzosen liessen die vielen angereisten Fans in der Halle die wahre Kunst des Tischtennis geniessen. Aber auch Sabine Winter zeigte bei den Damen, dass man auch mit Anti-Top in der Weltspitze mithalten konnte. Es kursieren Gerüchte, dass Urs Lüthi nun ebenfalls in die Versuchung gekommen ist, sich einen Anti-Top Belag zu bestellen.
Nach dem Spiel fand sich die Porter Gruppe auf Empfehlung eines Verbandskollegen in einem libanesischen Restaurant wieder. Dirk, von der Kulinarik ganz überwältig, erklärte uns das Äquivalenzverfahren zwischen dem schweizerischen und dem deutschen Ranking, während Dani alle vom Haus offerierten Häppchen testete. Zwischen Pappe und Papiergeschmack war alles vorhanden. Mit neuen Geschmackserlebnissen unternahm die Gruppe einen Ausflug in eine Nahgelegene Bar, wo Mirek Dani über Cocktailinhalte aufklärte. Yannick hingegen brachte es fertig, eine Bestellung von 5 Bier und ein Wasser ohne Kohlensäure falsch aufzugeben. In der Bar wurden dann die restlichen Pläne für den Abend geschmiedet und als Dirk von seinen Blackjack-Künsten vom Vorabend berichtete, wollte sich die Gruppe das aus der Nähe ansehen. Somit ging es, wie auch bereits am Abend zuvor, ins Casino. Dani hingegen traf die wohl sinnvollste Entscheidung und machte sich auf dem Weg ins Hotel.
Im Casino angekommen sassen sich Urs und Dirk an den Blackjack Tisch. Da der Tisch mit den tiefen Limits besetzt war, halt eben auch mal an demjenigen mit dem höchsten Einsatz im Casino. Um Ehekrisen zu vermeiden, gehen wir hier nicht genauer auf die Limits der beiden ein. Mirek war fasziniert von Roulette. Er schlich um den Tisch und verfolgte gespannt das weisse Bällchen, welches um die Zahlen kreiste und die vielen Chips, die meistens den Weg zur Bank fanden. Yannick, an diesem Tag gekrönt mit der Note 5.4 in Wirtschaftsmathematik, erklärte ihm daraufhin die Regeln und wies Mirek verantwortungsvoll auf das Verlustrisiko hin. Um ca. 3 Uhr traf sich die Gruppe dann im Bistro des Casinos wieder und bei allen ausser Yannick waren die Taschen leer. Somit trat die Gruppe zur Rückkehr ins Hotel an, während Yannick seinen Einsatz vom Vorabend noch versuchte zu kompensieren. Als er wieder beim Startbudget des zweiten Tages war, griff er dann zum letzten Mittel: «Ab zum Roulette-Tisch und alles auf Gerade». Die 48% Chance Griff zu und somit hatte Yannick seinen Einsatz vom Vorabend wieder raus und machte sich zufrieden auf den Weg zurück ins Hotel. Wie auch beim Tischtennis so oft: Mehr Glück als Verstand.
Der Sonntag begann – zumindest für einen Teil der Gruppe – mit leicht glasigen Augen, aber ungebrochener Vorfreude auf die Finalspiele.
Yannick war an diesem Tag allerdings nicht mehr mit von der Partie. In einer selbstlosen Geste hatte er sein Finalticket einem Jugendspieler überlassen. Offiziell natürlich zur Förderung des Nachwuchses. Inoffiziell munkelt man, dass auch drei Stunden Schlaf, ein Roulette-Marathon und wirtschaftsmathematische Höchstleistungen ihren Tribut forderten. Wie auch immer: Der Nachwuchs profitierte – und Yannick konnte sich auf der Heimfahrt in Ruhe von seiner 48%-Strategie erholen.
Pünktlich zu den Halbfinals traf auch Simon mit seinen Jugendspielern ein und sorgte für frischen Enthusiasmus auf der Tribüne. Die jungen Talente staunten nicht schlecht, als sie ihre Vorbilder live erleben durften – inklusive Aufschlagritualen, taktischer Finessen und jener Beinarbeit, die laut Dirk «halt schon der kleine Unterschied» ist.
Sportlich bot der Finaltag nochmals ganz grosses Kino. Bei den Herren kam es zu einem hochklassigen Halbfinale der Lebrun Brüder, bevor Alexis im Finale den Seriensieger Darko Jorgic bodigte. Tempo, Spinwechsel und mutige Rückhandduelle sorgten für Begeisterung in der Halle.
Auch das Damenfinale überzeugte mit Präzision und taktischer Reife. Konstanz, clevere Platzierung und Nervenstärke standen im Mittelpunkt – Eigenschaften, die man nicht im Casino, sondern nur in jahrelangem Training erwerben kann. Eine Erkenntnis, die wohl auch dem abwesenden Yannick gefallen hätte und Urs zum häufigeren Murmeln über „Anti-Tops“ veranlasste.
Nach der Siegerehrung folgten Fotos, Autogramme und leuchtende Augen bei den Jugendspielern. Für sie war es ein unvergessliches Erlebnis – nicht nur wegen der Weltklassespiele, sondern auch wegen der besonderen Atmosphäre in Montreux.
Die Porter Delegation trat schliesslich zufrieden die Heimreise an. Fazit des Wochenendes:
• Dirk bleibt ein Taktikfuchs – auf und neben dem Feld.
• Urs prüft weiterhin diskret Anti-Top-Optionen.
• Mirek hat ein vertieftes Verständnis für Roulette-Kinetik.
• Dani weiss nun, wann man besser ins Hotel geht.
• Yannick? Der hat bewiesen, dass Teamgeist manchmal wichtiger ist als ein Finalticket.
Montreux 2026 bleibt in Erinnerung – als Wochenende voller Weltklasse, Weisheiten und wohldosiertem Wahnsinn.